Ulmer Autoren lesen in der JVA Schwäbisch Gmünd

„Der 14. April war ein traumhafter Tag. Die Sonne meinte es gut. Wolkenloser Himmel. Nach der gelungenen Lesung in der JVA Ulm, die ich vor einem Jahr organisierte, und die sehr gut angekommen war, wollten die Autoren auch in der der JVA Schwäbisch Gmünd lesen, in der ausschließlich Frauen untergebracht sind. So machte ich mich wieder an die Arbeit. Auf Grund der verständlich hohen Sicherheitsmaßnahmen war die Organisation nicht ganz so einfach. Aber es klappte auch hier. Die Verantwortliche, empfing uns freundlich zum leckeren Mittagessen.

Wie viele werden bei dem Goldpapierwetter kommen? Wir waren ehrlich überrascht! Über dreißig Insassinnen warteten auf uns. Verzichteten auf ein Sonnenbad. „Ja, wenn schon mal eine so besondere Lesung stattfindet“, sagte in der Pause eine junge Frau.

Das Publikum war gemischt. Vom Teenager bis zur Oma hörten alle gespannt unseren Krimi – Geschichten zu.

Es lasen:

Adi Hübel „Der Hund muss weg“

Renate Runge „Das Geständnis“

Nikola Giese „Beinahe lautlos“

Dietmar Herzog „ Der Kommissar“

Für die musikalische Untermalung mit dem Schifferklavier sorgte Mona Bothe.

Unsere Zuhörer waren begeistert. Wir verabschiedeten uns mit einem guten Gefühl. Dennoch blieb bei uns auch ein großes Nachdenken zurück.“

Renate Runge

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Jahresprogramm 2018

Lesung in der JVA Schwäbisch Gmünd am 14.4.2018

Die Ulmer AutorInnenlesen in der JVA Schwäbisch Gmünd spannende 
Kriminalgeschichten. 
Eine besondere Lesung für die Insassen der Justizvollzugsanstalt. 

Lesung in der Klostermühle in Söflingen am 5.5.2018

Frühlingstexte zur Maiennacht“ ist das Thema, zu dem die Ulmer AutorInnen neue Texte
lesen werden.

Schreiben an „ungewöhnlichen Orten“

Mehrmals im Jahr treffen sich die AutorInnen, um an unge-wöhnlichen Orten zu schreibenIm Anschluss steht meistens der Erfahrungsaustausch. 

Tag der „offenen Ohren“

Der Termin wird noch bekannt gegeben!
Die Ulmer AutorInnen laden alle am Schreiben Interessierten in die Stadtbibliothek Ulm 
ein, um ihre selbstverfassten Texte zur Diskussion zu stellen. Dies wird ganz in der 
Tradition der  allmonatlichen Werkstattgespräche der Ulmer AutorInnen stattfinden. 
Schnuppern Sie doch  einfach bei uns herein und stellen Sie uns Ihre Texte vor.

Romanwerkstatt“am 14. und 15. Juliin Heiligkreuztal: 

Die Ulmer AutorInnen führen für ihre Mitglieder ein Seminar mit der Autorin Jutta Weber-Bock durch, um ihre Schreibkünste zu steigern.

Lesung anlässlich der „Nacht der Bücher“ am 14.9.2018

Die Donau-Iller-Werkstätten gestalten zum zweiten Mal die „Nacht der Bücher“.                    Die Ulmer AutorInnen werden wieder mit einer Lesung dabei sein. 

Lesung im Canapé Café in Ulm-Söflingen am 21.11.2018

Mehrere Ulmer AutorInnen stellen ihre neuen Texte vor.

EinLese- und Musikabendmit den Ulmer AutorInnen und 
Nic Diamond and the mellow tunes“! Voraussichtlich im Herbst 2018
 Der Termin wird noch bekannt gegeben!

Spatzennest“ vom 30.11.-2.12.2018

Die Ulmer AutorInnen treffen sich, um an zwei Tagen intensiv literarisch zu arbeiten.
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Schreiben an ungewöhnlichen Orten

am 26. Nov. 2017 im „Stadthaus Ulm“

„Am 26. November haben wir Autoren uns wieder einmal zu einem „Schreiben an ungewöhnlichen Orten“ getroffen. Diesmal war dies im „Stadthaus“ während der Ausstellung „Tiere in Städten“. Dabei entstanden wieder völlig verschiedene und interessante Texte. Unter anderem das nachfolgende Gedicht von mir.“

Ausstellungsraum im November ´17

Ausgestopft hockt mitten ein Biber auf Holz
als würde er nagen am Baumstumpf vor ihm

gelungener Blickfang, weiträumig von
gleichfalls gelungenen Fotos umgeben von

Tieren in Städten welche gelungen verteilt auf
sehr kühle, sehr helle Wände

11/2017  Günter Hess

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In Marzellus‘ Garten

Am 23. September diesen Jahres waren wir zu Fünft in Marzellus‘ Garten unterwegs. Mitten in einem Stück Wald, in dem Teiche, kleine Brücken und zugeschnittene Büsche mit allerlei asiatischen Dekorationen zu einer Einheit verschmelzen, lief die Kreativität auf Hochtouren. Man geht dort keine zwei Schritten, ohne etwas zu entdecken. Sei es eines der hohen Baumhäuser, einen tonnenschwerer Buddha oder eine winzige Laterne, die verlassen an einem Zweig baumelt. Bei all den Bänken, Sitzecken und Pavillons fand jeder von uns ein Plätzchen, an dem er in aller Ruhe schreiben und seine Gedanken treiben lassen konnte. Die entstandenen Texte haben wir im Anschluss noch im Garten besprochen. Erstaunlich, was dieser Garten alles in uns hervorgebracht hat.“ Nicola Giese

 

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Katrin Bölstler

Große Lyrik, entstanden im kleinen Dorf

Hannelore Nussbaum gibt Einblicke in das Leben und Wirken der Dichterin Maria Menz

Dieses Foto entstand am 90. Geburtstag von Maria Menz, die rechts im Bild zu sehen ist. Neben ihr sitzt Hannelore Nussbaum. (Foto: privat)

Oberessendorf sz „Es ist ein Glück, dass Hannelore Nussbaum zu Maria Menz gefunden hat. Ein Glück für uns, die ich die Maria-Menz-Gemeinde nennen möchte“. Diese Zeilen stammen von dem berühmten deutschen Schriftsteller Martin Walser – und sie lassen erahnen, welche besondere Beziehung Walser zu der Dichterin aus Oberessendorf hatte. Geschrieben stehen sie im Vorwort des Buchs „Die offene Tür – Begegnungen mit der Dichterin Maria Menz“. Darin beschreibt die Schussenriederin Hannelore Nussbaum, wie sie Maria Menz kennenlernte und peu à peu zu ihrer engsten Vertrauten wurde. Nussbaum stellt ihr Buch am Sonntag, 11. Juni, ab 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Oberessendorf vor. Darin gibt sie Einblicke in das Leben der introvertierten Künstlerin, die so lange in Oberessendorf lebte und die trotzdem nur so wenige gut kannten.

Tochter eines Landwirts

Die 1903 geborene Maria Menz war die älteste Tochter eines Landwirts aus Oberessendorf und so wenig für dieses Leben geeignet, wie man es zu dieser Zeit wahrscheinlich sein konnte. Intelligent und scharfsinnig, doch dafür schmal und wenig kräftig – für die harte Arbeit auf einem Hof so gar nicht geschaffen. Eine Laufbahn als Künstlerin stand ihr in jungen Jahren nicht offen. Stattdessen wurde sie Krankenschwester und verbrachte einige Jahre in Berlin, Leipzig und Wangen im Allgäu. 1942 erkannte sie, dass sie diesen Beruf nicht weiter ausüben konnte und kehrte in die Heimat zurück.

Bei ihrer Rückkehr in das gemeinsame Haus der Geschwister fühlte sie sich wie das fünfte Rad am Wagen“, erinnert sich Nussbaum. Maria Menz zog sich zurück in ihre Kammer und verbrachte die Tage mit Schreiben. Erst viele Jahre später wagte sie es, ihre Werke auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 64 Jahre war sie alt, als sie in Wangen im Allgäu beim Literarischen Forum Oberschwaben ihre erste öffentliche Lesung hielt. Aus dieser Zeit ist ein Zitat Walsers überliefert, der damals mit auf dem Podium saß: „Als ich diese Dichterin […] beim Oberschwäbischem Literatur-Forum lesen hörte, dachte ich: endlich einmal Pfingsten.“

Auftritt beim Literarischen Forum

Das Literarische Forum verhalf der Dichterin zum Durchbruch. Ihre Gedichte und Texte fanden große Anerkennung, erste Gedichtbände erschienen. Viele Preise und Auszeichnungen folgten, unter anderem der Johann-Peter-Hebel-Preis und das Bundesverdienstkreuz I. Klasse.

Maria Menz und Hannelore Nussbaum lernten sich kennen, als die Dichterin bereits Mitte 80 war. Menz war dafür bekannt, wenig zugänglich zu sein. Zu Hannelore Nussbaum entwickelte sie jedoch eine enge, vertrauensvolle Bindung. Zuerst unterstützte die Schussenriederin die Künstlerin, indem sie Briefe für die ältere Frau abtippte.

Danach übernahm sie schrittweise immer weitere Aufgaben, kochte manchmal aushilfsweise und übernahm Botengänge. Nussbaum bekam so Einblicke in das Leben von Maria Menz, wie sonst wahrscheinlich niemand. Sie erlebte, wie die drei so unterschiedlichen Schwestern Beta, Josephine und Maria miteinander umgingen und bekam die neuen Gedichte als erste zu sehen. Trotz dieser großen Vertrautheit blieben die Frauen jedoch immer beim „Sie“. „Es wäre mir nie in den Sinn gekommen, Maria Menz zu duzen, denn sie war für mich ein Idol und ein großes Vorbild“, erklärt Hannelore Nussbaum.

Acht Jahre zusammen verbracht

 

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